Fachkräfte für Industrieelektronik sind die Spezialisten, die industrielle Elektronik in Produktionsumgebungen instand halten und optimieren. Sie sorgen dafür, dass Fertigungsstraßen in Branchen wie Automobilbau, Maschinenbau, Lebensmittelproduktion und Energieversorgung zuverlässig laufen.
Industrieelektroniker übernehmen die Wartung von Industrieanlagen, führen die Reparatur elektrischer Systeme durch und dokumentieren Arbeitsschritte nach Normen wie DIN/VDE. Sie arbeiten oft in Schichten, sind in Rufbereitschaft tätig und fahren für Einsätze direkt zu Kunden vor Ort.
Der Artikel erklärt, wie arbeiten Fachkräfte für Industrieelektronik? und zeigt typische Arbeitsabläufe, genutzte Werkzeuge und notwendige Qualifikationen. Ziel ist es, Betrieben, Studierenden und Interessierten ein praxisnahes Bild zu vermitteln und bei Entscheidungen zu helfen.
Sicherheitsaspekte und Standards sind zentral: Vorschriften zum Arbeitsschutz und Prüfprotokolle sichern Verfügbarkeit und Qualität. Zugleich bewertet der Text gebräuchliche Messgeräte, Softwarelösungen und Tools und ordnet sie wie in einer Produktbewertung ein.
Für tiefergehende Betrachtungen zur Vernetzung und Komplexität vernetzter Systeme verweist ein ergänzender Beitrag auf relevante Hintergründe, etwa auf diese Analyse zur Systemkomplexität Vernetzte Systeme im Überblick.
Wie arbeiten Fachkräfte für Industrieelektronik?
Fachkräfte für Industrieelektronik koordinieren Technik und Produktion. Sie sorgen dafür, dass Anlagen laufen, Störungen schnell behoben werden und Projekte termingerecht umgesetzt werden. Der Alltag verbindet Routineaufgaben mit projektbezogenen Arbeiten.
Aufgabenbereiche und typische Tätigkeiten
Zu den Aufgaben Industrieelektroniker gehört die Inbetriebnahme von Maschinen und das Verdrahten von Schaltschränken. Sie installieren Sensoren und Aktoren, prüfen Schutz- und Schaltgeräte und erstellen Schaltpläne.
Projektarbeit umfasst den Aufbau und Test neuer Steuerungslösungen sowie die Integration von Maschinen in Produktionslinien. Die Parametrierung von Frequenzumrichtern wie Siemens SINAMICS und von Servoantrieben zählt dazu.
Die Dokumentation spielt eine große Rolle. Wartungspläne werden in SAP PM oder spezieller Instandhaltungssoftware gepflegt. Herstellertests mit Fluke, Weidmüller und Phoenix Contact fließen in die Bewertung von Komponenten ein.
Fehlerdiagnose und Wartung
Die Fehlerdiagnose Industrieanlagen beginnt meist mit Sichtkontrolle und Spannungsprüfung. Danach folgt eine systematische Eingrenzung durch Signalverfolgung und Messdatenanalyse.
Bei Austauschdefekten ersetzen sie Leistungsbauteile, Sicherungen oder Steuerungsplatinen. Wartung SPS steht für regelmäßige Pflege von Steuerungen und Nutzung von Diagnosefunktionen in Siemens STEP 7/TIA Portal oder Beckhoff TwinCAT.
Präventive Instandhaltung umfasst zeit- und zustandsbasierte Maßnahmen. Condition Monitoring und Predictive Maintenance werden mit Sensorik für Vibration und Temperatur sowie IIoT-Plattformen wie PTC ThingWorx oder Siemens MindSphere umgesetzt.
Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen
Interdisziplinäre Kommunikation ist wichtig. Fachkräfte stimmen sich mit Produktion, Qualitätssicherung und Planung ab und übergeben Störungsfälle verständlich an Fremdfirmen.
Schnittstellenmanagement bedeutet enge Abstimmung mit der IT, vor allem bei Vernetzung und Cybersecurity von Steuerungen. Der Einkauf wird bei Ersatzteilbeschaffung von Herstellern wie Siemens oder Schneider Electric eingebunden.
Schulungen für Bedienpersonal und das Erstellen von Wartungsanweisungen und SOPs steigern die Betriebssicherheit. Fernwartungslösungen werden nach Datensicherheit, Latenz und Bedienkomfort bewertet.
Technische Kenntnisse und Werkzeuge für Industrieelektroniker
Industrieelektronikerinnen und -elektroniker brauchen klare Grundlagen in Elektrotechnik Grundlagen, um Schaltpläne zu lesen und Sicherheitsvorschriften wie DIN VDE 0100 anzuwenden. Solides Wissen zu Gleich- und Wechselstrom, Schutzarten (IP) und Schutzmaßnahmen wie FI/RCD ist Teil des Alltags.
Elektrische und elektronischen Grundlagen
Sie unterscheiden passive Bauelemente, Relais, Schütze und Leistungselektronik wie IGBTs und Gleichrichter. Marken wie Siemens, ABB und Schneider Electric liefern häufig genutzte Schaltanlagenkomponenten. Produkte von Weidmüller und Phoenix Contact sind bei Klemmen und Überspannungsschutz verbreitet.
Das Verständnis für Transformatoren und Leitungsschutz ist wichtig beim Aufbau und der Fehlersuche. Prüfungen mit Isolationsprüfern oder Multimetern gehören zur Routine.
Programmierung und Automatisierungstechnik
Für die SPS Programmierung sind Kenntnisse in STEP 7/TIA Portal, TwinCAT und Codesys gefragt. IEC 61131-3 Sprachen wie Ladder und Structured Text werden regelmäßig verwendet. Automatisierungstechnik umfasst außerdem Antriebsparameter, Frequenzumrichter und Servoantriebe.
Feldbusse und Industrial-Ethernet wie PROFIBUS, PROFINET, EtherCAT und Modbus TCP erfordern Verständnis für Determinismus und Echtzeit. HMI/SCADA-Lösungen wie WinCC oder Ignition unterstützen Visualisierung und Anlagenüberwachung.
Wer tiefer einsteigen will, findet praktische Projektideen und Lernpfade in Fachartikeln und weiterführenden Kursen. Ein hilfreicher Überblick zu Roboterprogrammierung und Integration steht hier: Roboterprogrammierung und Praxis.
Moderne Mess- und Diagnosetools
Messgeräte Industrie umfassen Multimeter, Oszilloskope und Energieanalysatoren. Auswahlkriterien sind Messgenauigkeit, Messbereich und Robustheit. Thermografie mit FLIR- oder Fluke-Kameras unterstützt vorbeugende Instandhaltung.
Für Zustandsüberwachung nutzen Techniker portable Datenerfassung und Plattformen von SKF, Emerson oder Bosch Rexroth. Mobile Apps und IoT-Anbindungen erlauben schnellen Zugriff auf Parameter. Datensicherheit bleibt bei Cloudlösungen ein wichtiges Thema.
Diagnosetools für Feldbusse und Netzwerke beschleunigen Fehlersuche und reduzieren Ausfallzeiten. Bei der Werkzeugwahl zählen Genauigkeit, Batterielaufzeit und Hersteller-Support. Kombinationen aus Handmessgeräten, Thermografie und Condition Monitoring sind im Service und Außendienst besonders praktisch.
Ausbildung, Qualifikationen und Karrierechancen
Der klassische Ausbildungsweg führt in Deutschland über die duale Ausbildung zum Industrieelektroniker oder Elektroniker für Betriebstechnik. Die Lehrzeit dauert etwa 3,5 Jahre und verbindet Praxisphasen im Betrieb mit Unterricht in der Berufsschule. Lerninhalte sind Montage, Steuerungstechnik und Sicherheitsbestimmungen; am Ende steht die Abschlussprüfung nach der Ausbildungsordnung.
Neben der dualen Ausbildung bieten IHK-Lehrgänge, Umschulungen und Fachschulen Alternativen. Ein weiterführendes Studium wie ein Bachelor in Elektrotechnik oder Mechatronik ist berufsbegleitend möglich und öffnet zusätzliche Karrierewege. Prüfungen und Zertifikate, etwa Gesellenprüfungen oder Herstellerzertifikate, sichern die Anerkennung der Qualifikation.
Wichtige Zusatzqualifikationen sind SPS-Zertifikate von Siemens oder Beckhoff, Prüfzeugnisse für Schweißarbeiten und Berechtigungen nach DIN VDE für Arbeiten unter Spannung. Kenntnisse in Netzwerktechnik und IT-Security werden zunehmend gefragt. Weiterbildungen zum Techniker Elektrotechnik, Meister oder Spezialisierungen in Robotik, Antriebstechnik, IIoT und Predictive Maintenance stärken die Position im Markt.
Die Karrierechancen sind gut: Fachkräfte finden Aufgaben in Instandhaltung, Service, Planung, Automatisierungslösungen oder technischem Vertrieb. Industrie 4.0 treibt die Nachfrage nach Spezialisten für Automation und IIoT. Arbeitgeber sollten in Weiterbildung investieren und robuste Werkzeuge wie Fluke oder Weidmüller wählen, während Fachkräfte kontinuierliche Weiterbildung Automation, praktische Erfahrung mit Diagnosewerkzeugen und Herstellerzertifikate anstreben, um ihre Karriere Industrieelektronik voranzutreiben.







